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Kurzgeschichte "is Erdepflgrohme"

 

is Erdepflgrohme

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is Erdepflgrohme
Manniche Begehmheitn aus durr Kinnr- und Juchendzeit vurrgißt murr wemmr aeltr wird. Mannichs blaebt hafftn, wie wenns erscht gestrn woahr. Sue Begehmheit an die iech miech durrinnrn koe, wie wenns erscht Gestn woahr, will iech eich heit durrzehln.
Sue lang wie iech zerick denkn koe, woahr diehm Sevt e Feld. Zwischn Schtickhaus und wuh itze ne Heiko und durr Katrin ihr neies Haus schtit, woahr des Feld sue dreißich Metr lang und zwanzich Metr braet.
Is is immr e gewisse Fruchtfollche eigehaltn wurn. Denn aenn Gohr is Waezn oegebaut wuhrn und denn annrn Gohr sei Erdepfl droekumme.
In selln Goahr, iech woahr sue sieme odr achte, also 1962 - 1963, sei Erdepfl oegebaut wuhrn.
Bevor is Erdepflgrohm im Haerbst woahr, mußtn freilich de Soemeerdepfl im Friegoahr nein Land gebracht waern. Is mußtn also Beet oegefohrn wern. Nooch is Mist nei de Furng kumme. Nauf denn Mist sei de Soemeerdepfl geleecht wuhrn und de Furng sei itze ze Beet zugeackrt wuhrn. Sue nooch warrn untr de Beet de Soemeerdepfl dinn Mist geleeng. Se hattn ihr Ruh und kunntn wachsn.
Als Zuchtier vorrne noen Pfluch is meestns e Kuh ausn Schtall vurr durr Ida, durr Grueßemuttr meinr Muttr, geschpannt wuhrn. Oftemoll is ae e Pfer vurrn Toffls Ewald geboorcht wuhrn. Des aehnemoll muß zegoahr de Hilde, meinr Muttr ihr Tante, als Zuchtier eigeschpannt wuhrn sei. Nu kenntr eich vierschtelln wie de Hilde siech geploocht hohm muß. Des muß korz nohnge zweetn Kriech geween sei. Is warrn halt nuch viel Maennr in Gefangnschaft odr goahr gefalln und de Besatzr hattn de Pfeer und Kieh aus de Schtaell gehullt.
Jedesmoll im Friehgoahr, wenn zinn Erdepflleehng de neie Beet oegefoahrn waern musstn, hott durr Ewald, durr Brudr meiner Grue√ümuttr, zi maenn Grue√üvoetr gesoocht: ‚Äě Ne Albert, mier foahrn vurr uehm nooch untn de Beet oe.‚Äú Und immr hott do drauf mei Grue√üvoetr geantwortt: ‚Äě Vurr untn nooch uhem wird oegefoahrn, du Schoofszipfl‚Äú. Ne naechstn Goahr woahrsch nooch grood immgedreht. Mei Grue√üvoetr wott immr beschtimme wies bewaerkschtellicht wird.
Des kunntr siech ae leistn, waell gearbeit hottr vurr Frieh bis Umst, Tooch vurr Tooch und Goahr vurr Goahr. Naer ne Sunntich, wenn de Beereidr durrhaemm geschpielt hamm, issr oftemoll zinn Fußball naufn Schportplatz gange. Wenn is Schpiel vurbei woahr is net immr gleich haemmgange. Des aenemoll goengs nei dr Schportplatzbuud, die durr Schtaerzls Haerbrt betriehm hott. Des anneremoll iss dinn Schradr eigekehrt wuhrn. Des woahr abr net jedesmoll esue.
Iebrn Summr sei nu de Erdepfl gewachsn und sei ae in Ruh gelohn wuhrn. Is Kreiterich is sue dreißich Zentemetr huech gewachsn, hott geblieht, und is sei de Knoppis, de aengtlichn Frichte durr Erdepfl als klaene, griene und runde Kuchln gewachsn. Iech hoh do immr e Hiehnrfaedr neigestochn und hoh die Dingr fortgeschossn. Die klaenn Kuchln warrn fei ganz schie fest und hamm gezwieblt wenn murr jemand durrmiet getroffn hott. Wenn is Kreiterich truckn wuhrn is und vurrdorrt woahr, mußt nuch drei Wochn gewarrt waern mittn Erdepflgroohme. Murr hott gesoocht, se missn nuch schoolnfest waern. Bi uns im Gebirche waohr nooch is Erdepflgroohme meestns Anfang Oktobr. Is Kreiterich is ohgeschietn wuhrn und nehme Feld vurrbrennt wuhrn. Is ging dodrimm, daß kaene Kranketn, wie de Krautfeile entschdandn odr waettrgetroong wuhrn sei.
Nu itze, anneren Sunnumd, im den siemtn Oktobr rimm is des Erdepflgrohme oegesetzt wuhrn. Jedr aus durr Grueßfamilie woahr durrbei, waell ae jede Familie Erdepfl kriecht hott. Dinn de Furng schtandn de Schpoekoerb, vurr de vurrschiedene Groeßn vurr de Erdepfl. Is goob ne Korb vurr de Grueßn, vurr de Futtrerdepfl und de klaenn warrn de neie Soemeerdepfl.
Itze goahng die Grohmerei lues. Jedr Grueße hatt zwee, de Meannr zegohr drei Beet nehmenannr. Iech hatt naer ae Beet. Jedr hatt saen Lieblingskrael. Die warrn ganz untrschiedlich. Is goob Krael mit zwee odr drei Zinkn und ae wedde die soong aus Wie e Halbmond, wuh abr de Runding uehm woahr. Die Dingr hatt iech nett sue gern. Mier warrn de libbstn die miet de zwee Zinkn.
Iss gresste Vurbrechn woahr, wenn de in Erdepfl oegehackt hosst. Murr durft ae nett aefach nein Beet hackn. Murr musst sue fimpfezwanzich bis dreißich Zentemetr, links odr rechts vurrn Beet ne Krael oesetzn und nei durr Mittnn zerickziehe.
Nochdehm iech in denn besoochtn Goahr e poarmoll in Erdepfl oegehackt hat und villeicht de Lust zinn Erdepflgrohme lang eweng genn Null gange is, hamm se miech außn Feld nausgegoocht. Iech woahr net sue arch beleidicht.
Nu bie iech halt schiee langsam nohne Haus geschlorpft, hatt eweng Hungr und ae eweng Dorscht. De Christine, meinr Muttr ihr Kosiene, is sue sechs Goahr eltr wie iech, und sott dinn durr Kich eweng Friehschtick vurr de Erdepflgrohmr zammrichtn. Iech wott neine Haus, abr de Christine hatt de Haustiern hintn und vorn zugeschpaerrt und wott miech net neilohn. Iech hoh noe durr Tier geklopft, iech hoh noe de Fenstr geklopft. De Christine hott murr ae nuch e poar Floetn rausgemacht. Nu hoh iech mier des nimmr laengr oegeguckt und hoh die aehne Fenstrtoefl miet durr Faust neigedroschn. Sue, itze hottse murr kaene Floetn meh gemacht. Mier woahr abr im sellm Aungblick ae kloahr, daß dess nett richtich woahr wos iech wiedr bexiert hatt.
Iech bie wiedr nausn Feld und hieh ze meinr Grue√üemuttr und hoh gesoocht : ‚Äě Mei gute Oma, du hosst miech scho gern, ne‚Äú. ‚ÄěNu freilich mei gutr Gung‚Äú hott mei Oma durrwiedrt.
In denn Moment kimmt de Christine naufn Feld und hott ihrur Muttr Hilde ewos nein Ohr gesoocht. Nu woahr de Buttr braun. Aus denn ‚Äěgutn Gung‚Äú is e ‚ÄěSauhund‚Äú wuhrn. Alle hammse auf miech neigemacht. Vurr durr Christine ihrur Floetn hoh iech, ze meinr Rechtfertiching nischt gesoocht, waell e Biedlgusch woahr iech nett.
Mei Grueßvoetr Albert hott den Fenstrfliechl mit haemm genumme, hott e neie Toefl neigemacht und die Sach woahr durrledicht.
Viele Goahr durrnooch hott meinr Oma ihr Brudr Ewald mier efftrsch viergehaltn, daß iech miech vuhrn Donnrwettr bi meinr Oma eikratzn wott.
Fenstrbruch goobs eftrsch, abr dess is wiedr e annersch Geschichtl.

Michael Stieber
März 2022


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